Parinama, Baby!

„Kate Holcombe, Gründerin der Healing Yoga Foundation in San Francisco, hat in jungen Jahren erlebt, wie ihr Lehrer, der berühmte T.K.V. Desikachar, sich zum Üben nicht hinter verschlossene Türen zurückzog, sondern inmitten seiner Familie praktizierte. Als sie selbst Mutter wurde, folgte sie seinem Beispiel. Sie ist sicher: „Yoga gehört ins Wohnzimmer, nicht ins Yogazimmer!“ Holcombes Söhne Calder und Hayes waren von klein auf dabei, wenn ihre Mama übte: „Am Liebsten haben sie Dehnübungen mit mir gemacht. Wenn ich den herabschauenden Hund übte, bestand ihr Lieblingsspiel daraus, so oft wie möglich unter mir hindurchzuschlüpfen, bevor ich in den heraufschauenden Hund wechselte. Und sobald ich auf dem Rücken lag, wollten sie natürlich, dass ich sie bäuchlings auf meinen Füssen als „Flieger“ über mir schweben lasse.“ Irgendwann begannen die Söhne, auch komplexere Haltungen zu imitieren, die Mutter gab ihnen Tipps dazu, und so war es nur eine Frage der Zeit, bis ihnen zum Beispiel der Sonnengruß vertraut war. Am Abend rollte Kate Holcombe ihr Matte häufig im Kinderzimmer aus. Die Jungs sahen ihr im Halbdunkel aus ihren Betten heraus zu und lauschten ihrem Atem, bis sie irgendwann eingeschlafen waren. Holocombes Rat  lautet daher: „Anstatt sich die ‚Yogazeit‘ mühsam aus der ‚Familienzeit‘ herauszuschneiden und die Kinder als Hindernis oder Störfaktor zu empfinden, sollte man flexibel sein und die Praxis dem anpassen, was am Besten zum Alltag und zu den Bedürfnissen der Kinder passt.“

[Yogabravo Nummer 51/2017,Seite 43]

Endlich mal eine sinnvolle Idee für die Yogapraxis mit Kind(ern). Der Yoga soll sich schließlich an den Menschen anpassen – und nicht umgekehrt. Mit den Kleinen außenrum zu Üben ist natürlich ‚anders‘, aber wie alles im Leben auch nur eine Phase. Parinama, Baby!

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